Wer am 10. September im Familienzentrum Messestadt Riem e.V. (fameri) vorbeischaute, musste sich wie in einer Werkstatt vorkommen: Im großen Spiel- und Begegnungszimmer waren die Tische vollgepackt mit Bohrmaschinen, Schraubenziehern und Dübeln. Die Teilnehmer der Aktion „Make a Difference Day“ hatten ihre Keller geplündert und neben dem Werkzeug auch gute Laune und Tatkraft mitgebracht. „Wir hatten uns schon lange gewünscht, dass einige Rollos und Regale aufgehängt werden“, so die beiden Pädagoginnen von fameri. „Aber es ist immer so schwer, jemanden zu finden, der Zeit hat, zu helfen“.
Nur die Wirtschaftsjunioren hatten Zeit
Zu tun gab es jede Menge: der Keller – vollgepackt mit Spielzeug und Nützlichem – musste zunächst entrümpelt, dann die alten Regale entsorgt und neue aufgebaut werden. Und anschließend musste alles wieder in die Regale eingeräumt werden. Auf dem WC sollte ein neuer Wickeltisch installiert und ein Schrank für Putzmittel aufgebaut werden. Der große Raum musste gestrichen und Bilderleisten und Regale angedübelt werden. Die beiden Spielzimmer sollten eine private Atmosphäre erhalten, also mussten Rollos als Schutz gegen neugierige Blicke an die Türen ran. Und schließlich wartete im Garten noch ein den Rasen überwuchender riesiger Bambus darauf, zurückgebunden zu werden.
Vom WC zum Dschungel
Nachdem sich alle in kleine Gruppen aufgeteilt hatten, wurde gebohrt, gehämmert, gemalert und geräumt. Und häufig auch gelacht, beispielsweise wenn einige aus dem Keller-Team die alten Schränke mit filmreifen Karatesprüngen zu Kleinholz zertrümmerten.
Damit zwischendurch niemandem die Energie ausging, bedankte sich das fameri-Team mit einem opulenten Barbecue, das keine Wünsche übrig ließ. Obwohl wegen des schwülen Wetters alle zunehmend müder wurden, haben die Wirtschaftsjunioren fast alles geschafft und beim anschließenden Rundgang glänzten die Augen der fameri-Mitarbeiter: Der vormals muffige Keller roch nach einer feinen Holznote, in einem Spielzimmer sorgte eine neue Hängevorrichtung dafür, dass die Sitzbälle nicht mehr am Boden durcheinander purzelten, an der Wand des WCs tummelten sich bunte Elefanten und Giraffen, das große Spielzimmer erstrahlte in neuem Glanz, der Bambus war gebändigt und der Sandkasten gereinigt. Von diesem Tag haben alle profitiert: die fameri-Mitarbeiter haben erfahren, dass es Menschen gibt, die andere nicht alleine lassen. Und die Wirtschaftsjunioren, dass sozial eingesetzte Arbeitsstunden glücklich machen.
Ein kluger Mensch hat einmal gesagt, er finde es total egoistisch, anderen zu helfen. Weil er so viel zurückbekäme. Könnte sein, dass er recht hat.